Hilfe, ich suche Outdoortrainer!

Lieber Herr Dr. Manfred Hofferer,

ich bin Personalleiterin in einem mittelständischen Unternehmen, das im Dienstleistungsbereich tätig ist. Wir denken daran ab Herbst den Bereich Outdoor in unsere firmeninterne Mitarbeiterausbildung einzubeziehen.

 

Meine Frage an Sie ist: Was empfehlen Sie mir hinsichtlich der Ausbildung Trainern in diesem Bereich?

Ich habe im Internet recherchiert und gesehen, dass in diesem Bereich völlig unterschiedliche Ausbildungen angeboten werden. Ich habe welche gefunden, da ist man schon nach zwei Wochenenden „Diplomierter Outdoortrainer“ und dann gibt es welche mit z.B. 24 oder 30 Ausbildungstagen? Was soll bzw. kann ich davon halten?

Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie mir in dieser Frage eine ungefähre Richtlinie geben könnten!

 

Mit freundlichen Grüßen

(Anonymisiert)

Die Antwort


Sehr geehrte Frau Mag.a (Anonymisiert)

eine im Grunde einfache und bei detaillierter Betrachtung dennoch eher schwierige Frage! Nachdem dieser Ausbildungsbereich in Österreich nicht geregelt oder harmonisiert ist, lassen sich nur ganz schwer Vergleiche zwischen den verschiedenen Angeboten und Ausbildungen herstellen.

 

Daher meine Empfehlung an Sie, wenn Sie Outdoortrainer/innen suchen:

  1. Welche Zugangsvoraussetzungen hat die Ausbildung / Was ist/sind der/die Quellberufe des/der Trainer/in auf dem die Ausbildung aufbaut?
  2. In welchem Umfang und welcher Dauer (2, 6 oder 30 Tage) wird das Wissen vermittelt und erlernt? (Achtung dabei ist kurz nicht immer von Nachteil, jedoch sollte eine gute Ausbildung neben dem praktischen Bereich mindestens 250 UE aufweisen)
  3. In welchem Umfang und in welcher Art gestaltet sich der praktische Teil der Ausbildung? (Wie, wo und mit welchem Inhalt und Ziel werden die Praktika absolviert? Darüber kann am besten der/die jeweilige Trainer/in direkt Auskunft geben)
  4. Welche, wie viele Fachreferenten vermitteln in der Ausbildung die Inhalte und über welche fachlichen und/oder praktischen Kompetenzen verfügen diese?
  5. Wie wird das erlernte Wissen überprüft? (Achtung vor „Ich war auch dabei Ausbildungen“. Bloße Anwesenheit garantiert keine inhaltliche Auseinandersetzung)
  6. Welche Inhalte werden tatsächlich vermittelt? (Das findet man bei guten Anbietern direkt auf oder der Abschlussbestätigung zumindest taxativ aufgezählt beigefügt. In jedem Fall sollte in Ergänzung zu den allgemeinen Bildungsinhalten, methodisch-didaktische, rechtliche und vor allem sicherheitsrelevante Inhalte vermittelt werden)
  7. Werden die Ausbildungsinhalte prüfungsmäßig erfasst und in welcher Weise? (Gibt es Teil- oder/und Abschlussprüfungen und wie werden diese durchgeführt? In diesem Kontext ist die schriftliche Form der mündlichen vorzuziehen!)
  8. Art und Umfang der zu absolvierenden Abschlussarbeit (auch hier gibt es auf dem Markt völlig unterschiedliche Handhabungen, aber 25 bis 40 Seiten sollten zumindest gefordert sein (lassen Sie sich bei Ihrer Auswahl die Abschlussarbeiten Ihrer Kandidaten/innen einfach vorlegen)
  9. Welches fachliche Ausbildungsniveau (bloß Spiele oder Übungen durcharbeiten, ein bisschen Technik und ein wenig Gruppendynamik reicht sicher nicht!) ist gegeben und in welcher Weise wurde auch auf für die Vermittlung notwendige pädagogische, psychologische und Gruppendynamische Themen eingegangen. Diese Informationen bringt man - so vorhanden in den Curricula der Ausbildungen in Erfahrung)
  10. Mit bzw. an welchem fachlichen Konzept orientiert sich die konkrete praktische Ausrichtung und Umsetzung der Trainer/in? (outdoorpädagogischer-, handlungsorientierter-, erlebnispädagogischer- u.v.m. Ansatz?)

Ich denke, dass Sie mit diesen 10 Parametern zumindest einen guten Filter für Ihre Auswahl zur Verfügung haben, die bei einem Vorstellungsgespräch leicht abzufragen sind bzw. von jedem/r seriösen Trainer/in per E-Mail leicht zu beantworten sein müssen.

 

Hinweis: Ich erlaube mir meine Antwort auch in unserem Blog auf der Outdoorpädagogenseite öffentlich zu machen.

 

Mit den besten Grüßen

Manfred Hofferer