Neuauflage EN 15567

Mit der Veröffentlichung der prEN 15567:2013 hat die Begutachtungsphase eingesetzt und es besteht nun theoretisch die Möglichkeit bis Juli 2013 Einsprüche dagegen  einzubringen.

 

Das wirklich ärgerliche daran ist, dass man sich die Norm erst um EUR 102,10 kaufen darf, um dann einen entsprechenden Einwand formulieren zu können (Hinweis: Erfahrungsgemäß werden Einsprüche - so sie nicht eine überwältigende Öffentlichkeit - haben nicht behandelt!).

Der Beuth-Verlag hat folgende Kurzbeschreibung herausgegeben:

 

Einführungsbeitrag:

 

"Dieser Europäische Norm-Entwurf gilt für stationäre und mobile Seilgärten und deren Komponenten. Dieses Dokument legt sicherheitstechnische Anforderungen im Hinblick auf die Auslegung, Konstruktion, Inspektion und Wartung von Seilgärten und deren Komponenten fest. Dieses Dokument gilt nicht für temporäre Seilgärten und für Kinderspielplätze (siehe EN 1176). Für die Benutzung von Seilgärten gilt EN 15567-2. Für diesen Norm-Entwurf ist das Gremium NA 112-01-09 AA "Seilgärten" im DIN zuständig."

 

Änderungsvermerk:

 

"Gegenüber DIN EN 15567-1:2008-03 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Begriffe (Abschnitt 3) komplett überarbeitet und erweitert; b) Anforderungen an Drahtseile (4.2.4) überarbeitet; c) Anforderungen an Kunststoffseile (4.2.5)aufgenommen; d) Abschnitt zu Lasteinwirkungen (4.3.2) überarbeitet; e) Anforderungen Bäume (4.3.3.3) überarbeitet; f) Anforderungen an Seilrutschen (4.3.4.2) überarbeitet; g) Aufnahme einer neuen Klassifizierung von Sicherungssystemen (4.3.5); h) Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (4.4) nach existierenden Normen überarbeitet; i) Anforderungen an Inspektion und Wartung (Abschnitt 7) überarbeitet; j) Anhang A überarbeitet; k) Anhang B gestrichen; l) Anhang C "Bedeutung von ISO 4309:2010 für EN 15567 für Seilgärten" aufgenommen; m) Norm redaktionell überarbeitet."

 

Einen sehr guten und ausführlichen Kommentar dazu hat Walter Siebert verfasst. Zu diesem Kommentar möchte ich folgende Ergänzung anbringen:

 

Walter Siebert sagt: "Normen sind annähernd verbindlich wie ein Gesetz. Hierzu noch ein paar Hintergrundinfos: Normen sind kein Gesetz, wird immer wieder betont, aber aus meiner Erfahrung als Gerichtsgutachter kann ich sagen: Sie sind so gut wie ein Gesetz. Wer sie nicht einhält, hat massiven Erklärungsbedarf. Wer sie hingegen einhält, für den gilt die „Unschuldsvermutung“."

 

Normen sind (in diesem besonderen Kontext) als Empfehlungen und Richtlinien - ich würde dazu Basic-Standards sagen, die den Stand der Technik zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Ausschnitt mehr oder weniger gut abbilden - anzusehen. Bei der "Normgebung" selbst fließen nur bereits bestehendes Wissen und vor allem viele unterschiedliche Interessensvertreter/innenmeinungen ein, sodass hier schlußendlich maximal Kompromisse erzielt werden können und "Konsens" oder "echter Kontent" nicht zu erwarten sind.

 

Daher gilt auch nicht automatisch der Umkehrschluss: Wer nach Norm baut oder betreibt ist automatisch auf der sicheren Seite! Der Schlüsselbegriff dazu heißt: "Aktueller Stand der Technik!" Das wird auch Walter Siebert in seiner Gutachtertätigkeit mit Sicherheit berücksichtigen.

 

Jeder Praktiker, der mit Seil und Karabiner arbeitet weiß ganz genau, was zwischen 2008 (Erstausgabe EN 15567) und 2013 an Entwicklung und Veränderung tatsächlich stattgefunden hat!

 

Manfred Hofferer


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