Schneeschuhwandern

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Es schneit: Jetzt ist es wieder soweit!

Was uns nach einigen Tagen Outdooraktivitäten in verschneiter Landschaft durch den Kopf gegangen ist haben wir heute für Sie aufgeschrieben. Vielleicht hilft es und man begegnet zukünftig weniger Wanderlustigen, die mehr oder weniger Probleme haben.


Was sollte Mann und Frau in jedem Fall beachten, wenn daran gedacht wird, sich mit Schneeschuhen auf den Weg zu machen?

  1. Wetter: Ein Blick zum Himmel am Morgen ist zu wenig. Am besten erkundigt man sich an geeigneter Stelle über die Großwetterlage bzw. bei der Bergwacht über die Bedingungen des Tages für eine Schneeschuhwanderung. In jedem Fall muss entsprechende Kleidung und Ausrüstung für Wetterumschwünge (Regenjacke, Biwaksack und Verpflegung) im Rucksack sein.

  2. Lawinengefahr: Gelände, Schneelage, -art und Wetter haben Einfluss auf die Lawinenbildung! Besonders dann, wenn es frisch geschneit hat und die Temperaturen danach ansteigen. Bitte nicht vergessen: „Örtliche Lawinenwarnungen werden deshalb ausgegeben weil Lawinengefahr besteht!“

  3. Steilhangquerungen: Soweit es irgend geht vermeiden und umgehen, da die Gefahr von Abrutschen (Harsch, Eis) bzw. Lawinen besteht! Relativ sicher ist, wer sich in Hangneigungen unter 30° bewegt. Eine intelligente Tourenplanung schützt vor unliebsamen und bösen Überraschungen!

  4. Dolinen und andere Stolperfallen: „Rupeldibumpel und weg ist der Kumpel bzw. Rupeldiwester und fort ist die Schwester!“ Im Vorfeld Erkundigungen einholen, ob im vorgesehenen Gelände Dolinen bestehen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der bewegt sich auf gespurtem Gelände oder ausgewiesenen Schneeschuhwanderwegen und -routen bzw. mit erfahrenen Begleitern/innen. Achtung: Auch Wurzeln, Steine, Latschen und Totholz unter der Schneedecke aber auch mit Schnee überdeckte Bäche sind nicht zu unterschätzende Stolper- und Sturzfallen. Daher gehört zur Ausstattung immer auch Material für die „Kleine Erste Hilfe“ in den Rucksack.

  5. Kondition: Vor allem ungeübte Schneeschuhgeher/innen müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass beim Schneeschuhwandern Muskelgruppen, Gelenke und Sehnen beansprucht werden, die sonst weniger gut trainiert sind. Vergessen Sie bei Ihrer Planung nicht, dass Ihr Weg zwei Richtungen hat: Hin und wieder zurück und das Höhenmter echte Energiefresser sind! Hier gilt: Weniger ist mehr.

  6. Flüssigkeitsmangel Regelmäßige kleine „Tankstopps“ (Trinken!) sind wichtig. Im Winter ist die Luft nicht selten besonders trocken und dabei wird über die Atmung viel Flüssigkeit und Energie verloren. Wer zu wenig trinkt bekommt früher als erwartet ernsthafte Probleme!

  7. Orientierung: Immer wieder einmal ein Problem. Auch gut bekanntes Gelände sieht mit Schnee bedeckt fremd aus und die Wanderwege sind meist nicht zu erkennen. Karte und Kompass (natürlich muss man damit auch umgehen können) helfen die Orientierung zu behalten. Zudem sollte sich in Ihrem Rucksack immer eine Lampe befinden denn die Dunkelheit kommt im Winter relativ früh.

  8. Sonne: Die Kombination Schnee und Sonne sind ein Garant für beleidigte Augen und Sonnenbrände. Aus diesem Grund sind Sonnencreme und -brille ein absolutes muss.

  9. Frieren und Unterkühlung. Es ist ratsam, sie den Wetterverhältnissen des Tages entsprechend anzuziehen und zusätzlich immer etwas dabei zu haben, um verschwitze Bekleidung wechseln zu können.

  10. Materialschäden: Häufig unterschätzt! Auch bei den besten Schneeschuhen kann etwas brechen, ein Riemen reißen oder sich die Bindung lösen. Deshalb ist es sinnvoll, immer eine kleine Servicetasche mit dem notwendigen Ersatz- bzw. Reparaturmaterial mit sich zu führen.

  11. Kommunikation: Ratsam ist es in jedem Fall, sich vor Tourenbeginn abzumelden und die Route die man sich vorgenommen hat bekanntzugeben. Zusätzlich führt man für den Fall der Fälle ein Handy mit sich. Wer Hilfe holen kann, hat einfach bessere Chancen!

  12. Medikamente: So Sie welche brauchen, ist es nicht schlecht, wenn Sie diese auch bei Ihrer Tour für den Notfall dabei haben!

  13. Müll: Mitgebrachter Müll ist Ihr Eigentum und möchte wieder zu Ihnen mit nach Hause! DANKE!

  14. Allein oder in Gruppe: Gemeinsam geht es sich nicht nur leichter, es ist auch definitiv sicherer!


Zusätzlich schadet es nicht, wenn bei Schneeschuhtouren Rücksicht genommen wird auf:

  • das Wild, seine Schutzgebiete, Ruhezonen und Fütterungsstellen

  • den Wald und seine Pflanzen

  • Mitmenschen und man sich selbst wie ein Menschen benimmt, wenn es um Parken, Anrainer/innen und Grundbesitzer/innen, andere Winterwandernde und Schitourengeher/innen geht ;-)


Wir wünschen viel Spaß und erholsame Winterwanderungen auf Schneeschuhen.


Autor: Manfred Hofferer